Slow Carb unterwegs – Weihnachten und andere Geschichten

Ich bin standhaft geblieben! Strickt Slow Carb, wie seit unzähligen Monaten. Yeahh! Aber dazu braucht es Mut. Weihnachten hin oder her, habe ich all die „guten Ratschläge“ dankend beiseite geschoben:
„Jetzt iss doch den Kuchen, nur das eine Mal. Es ist doch Weihnachten, da kannst Du doch eine Ausnahme machen. Also heute und morgen und übermorgen. Und zu Silvester und Neujahr auch. Dann kannst Du ja wieder dein Dingsda machen, wenn du willst.“

Es ist gelegentlich auch abenteuerlich für seine Ideale einzustehen! Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, als schwimme ich im Ozean und versuche an der Wasseroberfläche zu bleiben während 10 Menschen an meinen Beinen zerren um mich unter Wasser zu ziehen. Ich schlucke Wasser und versuche wieder nach oben zu kommen, Luft zu holen. Aber Schwupps werde ich wieder nach unten gerissen.

Kein Fest hat meine Willensstärke, ausschließlich Slow Carb zu essen, mehr geprüft als Weihnachten! Ich liebe Herausforderungen, also LOS! Die Vorweihnachtszeit habe ich unbeschadet überstanden. Habe nicht mal an Sünde gedacht. Der tägliche Besuch des Esslinger Weihnachtsmarktes mit der Familie war kein Problem. Statt auf Essen konzentrierte ich mich lieber auf die zahlreichen Spektakel wie Bogenschießen. Doch Tag X rückte immer näher und damit der Fokus auf das Essen. Bei mir bedeutet Weihnachten 2000 km mit dem Auto zu fahren, um die Familie zu besuchen. Packen wir es an und zwar mit einer Notfall-Fressbox für 2 Wochen raue Wildnis:

  • 7 Packungen rote Linsen -> die sind sehr leicht in ca. 10 min zubereitet
  • 3 Packungen schwarze Linsen -> sind ebenfalls schnell in 30 min fertig
  • 16 Exo-Proteinriegel aus Grillenmehl für unterwegs -> Geschmacksrichtungen Barbecue, Mediterran und Mango (nicht ganz Slow Carb)
  • 2 Low Carb Kuchen von meiner Bekannten – besteht hauptsächlich aus Kokos und Kakao. Allerdings ist Banane oder Dattel dabei – das war deshalb mein Ausnahmsweise-Weihnachtskuchen.
  • 600g Beef Jerky Trockenfleisch
  • 600g Erdnüsse
  • 3 Gläser Erdnusscreme
  • 1 Glas Mandelcreme
  • AeroPress für genialen Kaffee

Das Essen war damit für mich kein Problem. Ich habe einfach meine Linsen mit der herrlichen Gans kombiniert. Zum obligatorischen Kaffee und Kuchen habe ich meinen Low Carb Kuchen gegessen oder etwas Erdnussmus gelöffelt. Eigentlich alles super!

Die eigentliche Herausforderung war mein Umfeld! Und damit hatte ich nicht gerechnet.

Slow Carb ist Alltag und nichts worüber ich mit meinem Umfeld noch groß spreche. Deshalb war es eine anstrengende Umstellung, den Fokus wieder auf das Essen zu richten. Jeden einzelnen Tag. Denn erstaunlicherweise haben einige Leute mein Essverhalten persönlich genommen. Warum? Weil sie es auf sich bezogen haben. Ganz einfach und völlig unnötig. Ich hatte im Vorfeld überhaupt nicht daran gedacht, dass jemand beleidigt ist, wenn ich Kartoffeln durch Linsen austausche. Oder die Sahne Soße nicht möchte. Es war eine Willensprüfung NEIN zu sagen: zu gezuckertem Gemüse oder Sahnesoßen, die als gesunde Cocossoßen verkauft werden. Das hämische Grinsen als mir mitgeteilt wurde, dass Gemüse und Soße nochmal extra gezuckert wurden, werde ich so schnell nicht vergessen. Die eigene Familie. Wer braucht da noch Feinde?

Ich habe Diabetiker in der Familie und meinen Opa an diese Krankheit verloren. Interessanter weise ist die Skepsis bei diesen am größten.

Meine TOP 3 „ACH HONEY“ Aussagen:

  1. Das könnte ich nicht! (Ach HONEY)
  2. Das kann man doch nicht machen! (Wer ist „man“?)
  3. Ihhh, das kann man doch nicht essen! (Ach HONEY)

Slow Carb im Auto und im Urlaub

Dank Beef Jerky und gelegentlich einem Insekten-Proteinriegel waren 800 km am Stück zu fahren kein Problem. Es war allerdings teilweise etwas mühsam, ein geeignetes Lokal zu finden. Besonders im Fastfood dominierten Gelsenkirchen (Ruhrgebiet) und weiter ländlich. Da war ich dann froh, meine Überlebensbox zu haben.
Tipp für Unterwegs: Ich gehe gerne zum Fleischer und hole mir z.B. Rehschinken, original Serano Schinken oder Wiener Würstchen. Den Schinken gibt es meistens ohne Zucker, bei den Würstchen sind i.d.R zwischen 0,2 und 1g Zucker enthalten. In Gegenden in denen es nur Fastfood gibt, kann auch ein halbes Hähnchen gekauft werden (auf die gezuckerte Haut verzichten).

Im Urlaub, im Hotel, im Restaurant: bringe ich mir Linsen selber mit.

  • Hotelfrühstück mit Eiern und Speck gibt es überall.
  • Mittags war es teilweise schwierig in Restaurants Hülsenfrüchte wie Linsen oder gar Erbsen zu bekommen. Deshalb habe ich immer eine Dose Linsen oder Erbsen dabei und esse die dazu. Fleisch oder Fisch gab es immer. Gelegentlich war das Fleisch gut gemeint in Sahnesoßen ertränkt.
  • Abends gab es z.B. hartgekochte Eier aus dem Supermarkt mit Schinken und z.B. ein selbst gemischter Mais-Bohnen-Salat (jeweils aus der Dose.